Silk, Matt, Glitzer, Holz: Spezial-PLA im Überblick
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Neben normalem PLA gibt es viele Sorten mit besonderer Optik: seidig glänzend, matt, mit Glitzer, Holzfasern oder leuchtenden Partikeln. Die Basis ist immer PLA, deshalb druckst du sie mit ähnlichen Einstellungen. Die Zusätze verändern aber Fließverhalten, Festigkeit und zum Teil den Verschleiß an der Düse.
Überblick
| Sorte | Optik | Besonderheit beim Druck | Abrasiv? | Düse |
|---|---|---|---|---|
| Silk | seidiger Glanz, oft metallisch | langsamer und wärmer, schwächere Schichthaftung | nein | ab 0,4 mm |
| Matt | stumpf, Schichtlinien fallen weniger auf | etwas spröder, eher wärmer drucken | kaum, bei Dauernutzung leicht | ab 0,4 mm |
| Glitzer, Sparkle | feine Glitzerpartikel | Partikel können enge Düsen zusetzen | leicht | 0,4 mm oder größer, keine 0,2 mm |
| Marmor, Granit | Sprenkel wie Stein | wie Glitzer, Partikel im Filament | leicht | 0,4 mm oder größer, keine 0,2 mm |
| Holz (Wood) | holzähnliche Farbe und Haptik | neigt zum Verstopfen, nicht zu lange heiß stehen lassen | leicht | besser 0,6 mm |
| Glow-in-the-dark | leuchtet nach dem Aufladen | stark abrasiv | ja, deutlich | gehärtet, ab 0,4 mm |
| Leuchtfarben (fluoreszierend) | knallige Neonfarben | druckt wie normales PLA | nein | ab 0,4 mm |
Die Angaben sind Richtwerte aus Herstellerdatenblättern. Was auf der Spule steht, geht vor. Grundeinstellungen für PLA findest du im Artikel PLA drucken.
Silk-PLA
Silk-PLA enthält Zusätze, die für den seidigen, oft metallischen Glanz sorgen. Gleichzeitig machen sie das Material etwas elastischer und schwächen die Haftung zwischen den Schichten.
Beim Druck:
- Langsamer drucken. Viele Hersteller empfehlen 40 bis 60 mm/s für die Außenwände. Zu schnell gedruckt wirkt die Oberfläche stumpf statt glänzend.
- Etwas wärmer. Typisch sind 215 bis 235 °C, also oft 5 bis 15 Grad mehr als bei normalem PLA. Wer schneller druckt, braucht eher das obere Ende.
- Nicht für belastete Teile. Silk-Teile brechen leichter entlang der Schichten. Für Deko, Vasen und Figuren ist das egal, für Halterungen nicht.
Silk neigt außerdem etwas stärker zu Fäden. Hilft das nicht, schau in den Artikel zu Stringing.
Matt-PLA
Matte Sorten enthalten feine mineralische Füllstoffe, die das Licht streuen. Das Ergebnis: kaum Glanz, Schichtlinien fallen deutlich weniger auf. Deshalb ist Matt-PLA beliebt für Figuren, Modelle und alles, was “nicht nach 3D-Druck” aussehen soll.
Beim Druck:
- Die Füllstoffe machen Teile etwas spröder. Stützen lieber mit einem Seitenschneider abtrennen als abbrechen.
- Die Schmelze ist zähflüssiger. 5 bis 10 Grad mehr als bei normalem PLA verbessern oft die Schichthaftung.
- Helle Kratzer und Abriebspuren fallen auf dunklem Matt-PLA stärker auf.
- Bei gelegentlicher Nutzung reicht eine normale Düse. Wer sehr viel Matt-PLA druckt, sollte die Düse im Blick behalten.
Glitzer, Sparkle und Marmor
Diese Sorten enthalten feste Partikel: Glitzerplättchen bei Sparkle, Sprenkel aus anorganischen Partikeln bei Marmor und Granit.
Beim Druck:
- Hersteller raten von 0,2-mm-Düsen ab, weil die Partikel sie verstopfen können. 0,4, 0,6 und 0,8 mm sind unproblematisch.
- Eine größere Layerhöhe lässt den Effekt oft besser wirken.
- Die Partikel sind mild abrasiv. Für gelegentliche Drucke reicht Messing. Druckst du viele Kilogramm, lohnt sich eine gehärtete Düse.
- Glitzer kommt auf flachen, oben liegenden Flächen am besten zur Geltung.
Holz-PLA (Wood)
Holz-PLA besteht aus PLA mit einem Anteil feiner Holzfasern oder Holzmehl, je nach Produkt bis etwa 30 %. Teile sehen holzartig aus, lassen sich schleifen und sogar beizen.
Beim Druck:
- Verstopfung ist das Hauptproblem. Die Fasern können sich in engen Düsen festsetzen, besonders wenn das Material lange heiß in der Düse steht, etwa bei Pausen oder sehr langsamen Bewegungen.
- Größere Düse: Viele Hersteller geben 0,4 mm als möglich an. Mit 0,6 mm läuft Holz-PLA deutlich problemloser.
- Temperatur: typisch 190 bis 240 °C. Höhere Temperaturen machen den Ton dunkler, aber erhöhen das Risiko, dass die Fasern verbrennen und die Düse zusetzen.
- Nach dem Druck nicht lange heiß im Leerlauf stehen lassen.
Wenn es doch hakt, hilft der Artikel Düse verstopft.
Glow-in-the-dark
Nachleuchtende Filamente enthalten Leuchtpigmente, meist Strontiumaluminat. Diese Kristalle sind sehr hart. Sie wirken in der Düse wie Schleifpapier.
Beim Druck:
- Gehärtete Düse verwenden. Eine Messingdüse kann sich schon nach 0,5 bis 2 kg Glow-Filament merklich aufweiten. Danach druckt sie ungenau, auch mit normalem PLA.
- Eher langsam drucken, das verringert den Verschleiß.
- Für ein gleichmäßiges Leuchten mehrere Wände drucken, 3 bis 4 sind ein guter Wert. Dünne Wände leuchten schwach.
Leuchtfarben (fluoreszierend)
Neon- oder fluoreszierende Filamente leuchten nicht im Dunkeln, sondern wirken bei Tageslicht und unter UV-Licht besonders kräftig. Sie enthalten Farbstoffe statt harter Partikel und drucken sich wie normales PLA. Eine gehärtete Düse ist nicht nötig. Achte nur darauf, dass sie im Sonnenlicht mit der Zeit ausbleichen können.
Trocken lagern
Spezial-PLA ist nicht empfindlicher als normales PLA, nimmt aber genauso Feuchtigkeit auf. Hersteller geben oft 55 °C für 8 Stunden zum Trocknen an. Gerade bei Silk verschwindet der Glanz, wenn das Filament feucht ist.
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