PETG drucken: Einstellungen, Tipps und typische Probleme

Filamente6 Min. LesezeitStand: 10/2026

erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.

PETG ist der robuste Alltagskunststoff unter den Filamenten. Es ist zäher und wärmebeständiger als PLA, lässt sich aber trotzdem ohne Gehäuse drucken. Dafür ist es etwas eigenwilliger: Es zieht gern Fäden und haftet manchmal zu gut.

Einstellungen auf einen Blick

EinstellungRichtwert
Düsentemperatur230 bis 250 °C
Betttemperatur70 bis 85 °C
Bauteilkühlung30 bis 60 %, für Überhänge mehr
Gehäusenicht nötig
Druckplattetexturiertes PEI ideal, auf glattem PEI Trennmittel verwenden

Die Angabe auf der Spule geht vor. Für den genauen Wert lohnt sich ein Temperaturturm.

Wofür PETG gut ist

  • Funktionsteile: Halterungen, Gehäuse, Clips, die etwas aushalten müssen
  • Wärmere Umgebungen: formstabil bis rund 70 bis 80 °C, deutlich mehr als PLA
  • Feuchtigkeit und leichte Chemikalien: gute Beständigkeit, zum Beispiel für Teile im Bad oder in der Werkstatt
  • Transparente Teile: klares PETG wird bei hoher Füllung und langsamer Geschwindigkeit leicht durchscheinend

Für Teile, die dauerhaft in der Sonne stehen, ist ASA beständiger.

Die zwei typischen PETG-Probleme

Fäden zwischen den Teilen

PETG neigt von Natur aus zu Stringing. Die wichtigsten Gegenmittel:

  1. Trocknen: Feuchtes PETG zieht deutlich mehr Fäden. Mehr dazu in Filament trocknen und lagern.
  2. Temperatur senken: in 5-Grad-Schritten, solange die Schichten noch gut halten.
  3. Retraction prüfen: bei Direct Drive meist 0,5 bis 1,5 mm.

Ein paar feine Härchen sind bei PETG normal und lassen sich mit einem Heißluftföhn in Sekunden entfernen. Mehr dazu im Artikel Stringing.

Zu starke Haftung

Auf glatten PEI-Platten kann PETG so stark haften, dass es beim Ablösen Stücke aus der Beschichtung reißt. Abhilfe:

  • Klebestift dünn auftragen. Er wirkt hier als Trennschicht, nicht als Kleber.
  • Texturierte Platte verwenden, dort löst sich PETG nach dem Abkühlen meist leicht.
  • Abkühlen lassen, bevor du das Teil ablöst.

Weitere Tipps

  • Erste Schicht nicht zu stark andrücken. PETG mag etwas mehr Abstand als PLA. Wird es zu sehr gequetscht, bleibt Material an der Düse hängen und verteilt sich als Klumpen.
  • Düse sauber halten. PETG klebt gern an der Düse. Eine Silikonsocke am Heizblock hilft.
  • Lieber etwas langsamer. Für glatte, glänzende Oberflächen bringt eine moderate Geschwindigkeit oft mehr als maximale Leistung.

PETG im Vergleich

Wie sich PETG gegen PLA, ABS, ASA und TPU schlägt, zeigt die Filament-Übersicht.