Druckdaten für den UV-Druck vorbereiten: Auflösung, Weiß und Lack
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Ein UV-Drucker druckt nicht nur Farbe, sondern oft auch Weiß und Lack. Jede dieser Schichten braucht eigene Informationen in der Datei. Wer die Druckdaten sauber vorbereitet, spart Fehldrucke, Material und Zeit.
Welches Dateiformat?
| Format | Gut für | Hinweis |
|---|---|---|
| PNG mit Transparenz | Fotos, Grafiken, Freisteller | Transparente Bereiche bleiben unbedruckt, die Software erzeugt daraus oft automatisch die Weißmaske |
| Vektorgrafiken, Text, Logos, Daten mit Spotfarben | Bestes Format, wenn Weiß und Lack als eigene Spotfarben angelegt sind | |
| TIFF | Fotos in hoher Qualität, Daten mit Ebenen oder Alphakanal | Große Dateien, nicht jede Druckersoftware liest Zusatzkanäle |
| SVG | Vektorgrafiken | Wird von manchen Desktop-Programmen direkt verarbeitet |
| JPG | schnelle Fotodrucke | Keine Transparenz, der Hintergrund wird mitgedruckt |
Vektordaten (PDF, SVG) sind für Schrift und Logos ideal, weil sie in jeder Größe scharf bleiben. Fotos sind immer Pixelbilder, hier entscheidet die Auflösung.
Auflösung: 300 dpi in Endgröße
Als Richtwert gilt: 300 dpi in der tatsächlichen Druckgröße. Bei normalem Betrachtungsabstand sieht das Auge keine einzelnen Pixel mehr. Für sehr feine Motive wie Sticker, Anstecker oder kleine Schrift empfehlen manche Hersteller 400 bis 600 dpi.
Wichtig ist das Wort “Endgröße”. Ein Bild mit 1200 × 1800 Pixeln reicht bei 300 dpi für etwa 10 × 15 cm. Ziehst du es in der Software auf A4 auf, sinkt die effektive Auflösung auf rund 150 dpi und das Bild wird weich.
| Druckgröße | Pixel bei 300 dpi (gerundet) |
|---|---|
| 5 × 5 cm | 600 × 600 px |
| 10 × 15 cm | 1200 × 1800 px |
| A4 (21 × 29,7 cm) | 2500 × 3500 px |
Hochrechnen am Computer macht aus einem kleinen Bild keine echten Details. Besser: gleich in der richtigen Größe anlegen oder eine größere Vorlage besorgen.
RGB oder CMYK?
Der Drucker druckt mit CMYK (plus Weiß und Lack). Trotzdem musst du deine Datei nicht zwingend in CMYK anlegen. Die Druckersoftware oder das RIP rechnet RGB-Daten über ein Farbprofil in die Druckfarben um.
- RGB-Daten: Die Software übernimmt die Umrechnung. Das ist bei den meisten Desktop-Geräten der übliche Weg.
- CMYK-Daten: Du hast mehr Kontrolle, etwa über reines Schwarz oder genaue Firmenfarben. Dafür musst du wissen, welches Profil die Software erwartet.
Entscheidend ist, dass du nicht doppelt umrechnest. Schau in die Anleitung deiner Software, welcher Farbraum dort vorgesehen ist. Mehr dazu im Artikel Farbmanagement im UV-Druck.
Weißmaske anlegen
Auf dunklem, farbigem oder transparentem Material brauchst du eine weiße Grundschicht, damit die Farben leuchten. Dafür gibt es drei Wege:
- Automatisch durch die Software: Bei vielen Geräten erzeugt die Software Weiß überall dort, wo das Motiv nicht transparent ist. Das reicht für die meisten Freisteller.
- Eigene Spotfarbe: In Illustrator, Affinity oder Inkscape legst du die Weißflächen auf eine eigene Ebene und färbst sie mit einer Spotfarbe ein. Den genauen Namen gibt die Software vor. Bei Roland VersaWorks heißt sie zum Beispiel RDG_WHITE. Stimmt der Name nicht, wird die Fläche als normale Farbe gedruckt.
- Eigener Kanal oder eigene Datei: Manche Programme erwarten die Weißmaske als separaten Kanal oder als zweite Graustufendatei.
Für Fotos auf dunklem Untergrund kann eine abgestufte Weißmaske sinnvoll sein: viel Weiß unter hellen Bereichen, wenig unter dunklen. So wirken Schatten nicht grau und milchig.
Lackkanal anlegen
Lack (Gloss, Varnish) wird genauso angelegt wie Weiß: als Spotfarbe, eigener Kanal oder automatisch. Bei manchen Geräten steuert die Graustufe im Lackkanal die Schichthöhe, das ist die Grundlage für Relief-Effekte. Wie das funktioniert, steht unter Relief und Textur. Allgemeines zum Lack findest du unter Lack im UV-Druck.
Freisteller sauber machen
Bei PNG-Freistellern entstehen oft halbtransparente Kantenpixel. Die Software legt darunter trotzdem Weiß, und es entsteht ein heller, unruhiger Rand.
- Kanten nach dem Freistellen prüfen, am besten auf einem dunklen Hintergrund in der Vorschau
- Weiche Kanten bei Bedarf hart machen oder leicht nach innen beschneiden
- Keine fast unsichtbaren Pixelreste außerhalb des Motivs stehen lassen, sie werden mitgedruckt
Choke und Spread: Weiß etwas kleiner
Weiß und Farbe treffen nie hundertprozentig deckungsgleich. Ist die Weißschicht genauso groß wie das Motiv, blitzen an den Kanten oft weiße Ränder hervor. Deshalb wird die Weißmaske ein kleines Stück kleiner angelegt. Das nennt man Choke.
Üblich sind wenige Zehntelmillimeter. eufyMake stellt zum Beispiel standardmäßig 0,2 mm ein und empfiehlt höchstens 0,5 mm. Bei sehr feinen Linien und kleiner Schrift kann ein Choke die Linie aber ganz vom Weiß befreien. Dann lieber auf 0 stellen oder feine Elemente etwas dicker anlegen.
Spread ist das Gegenteil: Die Farbe wird etwas größer gezogen als das Weiß. Manche Programme bieten beides an.
Gespiegelt für Hinterglas
Druckst du auf die Rückseite von Glas oder Acryl, um es von vorne zu betrachten, muss das Motiv gespiegelt sein. Auch die Reihenfolge der Schichten dreht sich um: zuerst Farbe, dann Weiß als Abdeckung dahinter. Viele Programme haben dafür einen eigenen Modus. Achte vor allem auf Schrift, sie ist der häufigste Fehler.
Mehr zu transparenten Materialien unter Acryl und Glas bedrucken.
Beschnitt
Soll ein Motiv bis zur Kante eines Objekts reichen, reicht eine exakte Größe selten. Lege es ein paar Millimeter größer an, als das Objekt ist. Wie viel, hängt von der Positioniergenauigkeit ab. Bei Objekten mit erhabenen Kanten oder schrägen Rändern gilt aber: Farbnebel am Rand wird wahrscheinlicher. Dann lieber einen sauberen, kleinen Rand lassen.
Fürs Gewerbe
Leg dir für wiederkehrende Produkte feste Templates an: richtige Größe, Weißmaske, Choke, Position. Bei Personalisierung ersetzt du dann nur noch Namen oder Foto. Das spart Zeit und senkt die Fehlerquote. Ein Fehldruck auf einem Rohling kostet oft mehr als die Tinte, und Reklamationen wegen weißer Ränder oder unscharfer Fotos lassen sich mit einer sauberen Vorlage fast immer vermeiden.
Weiter mit: Farbmanagement im UV-Druck und Genau positionieren.