Genau positionieren: Schablonen, Kamera und Serienfertigung

Druckdaten & Workflow4 Min. LesezeitStand: 10/2026

erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.

Ein schönes Motiv nützt wenig, wenn es zwei Millimeter neben der Mitte sitzt. Beim UV-Druck liegt das Objekt frei auf dem Drucktisch, und der Drucker weiß zunächst nicht, wo es ist. Wie genau das Motiv landet, hängt davon ab, wie du Objekt und Datei zueinander ausrichtest.

Der Nullpunkt

Jeder Flachbettdrucker hat einen Nullpunkt, meist eine Ecke des Drucktischs. Von dort zählt die Software die Position deines Motivs. Liegt das Objekt exakt an dieser Stelle, landet auch das Motiv dort, wo du es in der Software platziert hast.

Das klappt nur, wenn das Objekt eine feste Anlage hat. Ein Anschlag ist eine Kante, gegen die du das Objekt schiebst. Das kann ein Winkel aus Acryl sein, ein Stück Klebeband oder eine Leiste. Wichtig ist, dass er sich nicht bewegt und immer an derselben Stelle sitzt.

Ein einfacher Trick ohne Werkzeug:

  1. Ein Stück Papier oder Karton auf dem Tisch fixieren
  2. Die Umrisse des Objekts daraufdrucken
  3. Das Objekt genau in die gedruckte Kontur legen
  4. Das eigentliche Motiv drucken

Positionieren mit Kamera

Manche Geräte haben eine eingebaute Kamera, etwa Desktop-Geräte wie der eufyMake E1. Die Software zeigt dann ein Foto des Drucktischs, und du schiebst das Motiv direkt auf das Objekt im Bild. Das ist schnell und bequem, besonders bei Einzelstücken. Die Kamera hat aber Grenzen: Beim E1 funktioniert sie bis 60 mm Objekthöhe, darüber führt die Software durch eine manuelle Nullpunkt-Ausrichtung.

Ein paar Punkte, die du beachten solltest:

  • Kamera kalibrieren: Nach dem Wechsel der Druckplatte oder nach einem Transport kann das Bild leicht versetzt sein. Die Kalibrierung steht in der Anleitung des Herstellers.
  • Perspektive: Hohe Objekte erscheinen im Kamerabild etwas verschoben, weil die Kamera schräg darauf blickt. Bei flachen Teilen ist das kaum spürbar.
  • Serien: Für viele gleiche Teile ist eine Schablone meist genauer als jedes Mal neu auszurichten.

Schablonen und Jigs

Eine Schablone (englisch Jig) ist eine Platte mit Aussparungen, in die die Objekte genau hineinpassen. Sie liegt fest am Nullpunkt. So hat jedes Objekt seine feste Position, und du legst nur noch nach.

MaterialVorteileNachteile
Acryl, gelasertsehr genau, eben, schnell gefertigtLaser nötig, spiegelt eventuell UV-Licht
Sperrholz oder MDF, gelasertgünstig, gut für flache Teilekann sich bei Feuchtigkeit verziehen
3D-gedrucktauch für runde oder unregelmäßige Formen, Halter mit Tiefebei großen Platten langsam, Ebenheit prüfen
Schaumplatte, Kartonschnell, ohne Maschinenweniger haltbar

3D-gedruckte Halter sind ideal für Feuerzeuge, Stifte, Golfbälle oder Handyhüllen, die auf einer flachen Platte wegrollen oder kippen würden. Grundlagen dazu findest du im Bereich 3D-Druck.

Darauf solltest du achten:

  • Dunkle, matte Oberfläche: Helle oder spiegelnde Schablonen können UV-Licht zurück in Richtung Druckkopf werfen. Das kann Tinte an der Düsenplatte anhärten. Fachmedien und Hersteller empfehlen deshalb dunkle, matte Materialien.
  • Höhe passend zum Objekt: Die Schablone sollte nicht höher sein als die Druckfläche des Objekts. Sonst misst der Drucker die Schablone als höchsten Punkt.
  • Etwas Spiel: Die Aussparungen etwa einen Bruchteil eines Millimeters größer als das Objekt planen, damit es sich leicht einlegen lässt, aber nicht wackelt.
  • Datei passend dazu: Lege dir für jede Schablone ein Template in der Software an, in dem die Positionen aller Aussparungen schon eingetragen sind.

Höhe und Druckabstand

Der Druckkopf arbeitet nur in einem kleinen Abstand zur Oberfläche scharf. Mimaki empfiehlt zum Beispiel, den Abstand zwischen tiefstem und höchstem Punkt der Druckfläche unter 1,5 mm zu halten. Größere Abstände führen zu Unschärfe und Farbnebel.

Viele Geräte messen die Höhe automatisch. Sie richten sich dabei nach dem höchsten Punkt. Liegen mehrere Objekte unterschiedlicher Höhe auf dem Tisch, wird das flachste Objekt unscharf. Deshalb pro Durchgang nur Objekte gleicher Höhe drucken, oder die Höhe mit Unterlagen angleichen.

Auch ein einzelnes Objekt kann Probleme machen: eine gewölbte Handyhülle mit Kamerabuckel, ein Notizbuch mit hochstehender Ecke. Mehr dazu unter Unscharfer UV-Druck und Farbnebel.

Mehrere Objekte pro Durchgang

Mit einer Schablone kannst du viele Teile gleichzeitig drucken. Das spart Zeit, weil der Drucker Weiß, Farbe und Lack in einem Rutsch erledigt, statt für jedes Teil neu anzufahren.

  • Alle Objekte gleich hoch und gleich gut fixiert
  • Genug Abstand zwischen den Objekten, damit Farbnebel nicht auf das Nachbarteil fällt
  • Vor dem ersten Serienlauf einen Probedruck auf Papier über der Schablone machen und prüfen, ob alle Motive mittig sitzen

Variable Daten: Namen und Nummern

Personalisierung heißt oft: gleiches Motiv, aber jedes Teil mit anderem Namen. Bei 20 Schlüsselanhängern willst du nicht 20 Dateien von Hand anlegen.

  • In der Druckersoftware: Einige Programme können Text aus einer Liste oder Tabelle automatisch in die Positionen einer Schablone einsetzen.
  • Im Grafikprogramm: Illustrator, Affinity Publisher oder InDesign haben Funktionen für Datenzusammenführung. Du baust eine Seite mit allen Positionen der Schablone und füllst sie aus einer CSV-Datei.
  • Manuell mit Template: Bei kleinen Mengen reicht eine Datei mit allen Positionen, in der du die Namen nacheinander austauschst.

Prüfe vor dem Druck jeden Namen auf Tippfehler. Ein falsch geschriebener Name ist der teuerste Fehler, weil das Teil nicht mehr zu retten ist.

Fürs Gewerbe

Für wiederkehrende Produkte lohnt sich die Zeit für eine gute Schablone fast immer. Sie macht Ausschuss durch Versatz seltener, beschleunigt das Einlegen und erlaubt es, auch ungeübte Hilfskräfte einzusetzen. Rechne die Fertigungszeit für die Schablone in deine Kalkulation ein, sie verteilt sich auf alle späteren Aufträge.

Weiter mit: Druckdaten vorbereiten und Rund bedrucken.