Lack (Varnish) im UV-Druck: Glanz, Schutz und Effekte
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Lack, im UV-Druck oft Varnish, Gloss oder Klarlack genannt, ist Tinte ohne Pigment. Er wird gedruckt und gehärtet wie jede andere Farbe, bleibt aber durchsichtig. Damit kannst du Oberflächen glänzen lassen, Teile eines Motivs hervorheben und den Druck vor Abrieb schützen.
Was Lack ist und wie er gedruckt wird
Viele UV-Drucker haben einen eigenen Kanal für Lack, neben CMYK und Weiß. Er wird meist als letzte Schicht über die Farbe gedruckt. Weil er aus dem Druckkopf kommt, lässt er sich genauso präzise platzieren wie Farbe: vollflächig, nur auf einzelnen Elementen oder in mehreren Schichten übereinander.
Nicht jedes Gerät hat einen Lackkanal. Manche Desktop-Geräte nutzen den Kanal wahlweise für Lack oder Primer, andere haben gar keinen. Prüfe das im Datenblatt deines Geräts.
Glanzlack
Eine vollflächige Lackschicht macht den Druck glänzender und die Farben wirken satter. Bei Fotos auf Metall oder Holz ist das oft der Unterschied zwischen “bedruckt” und “fertiges Produkt”.
Wie stark der Glanz wird, hängt davon ab, wie glatt der Lack verläuft, bevor er härtet. Viele Geräte bieten dafür einen eigenen Modus: Die Lampe härtet erst etwas später, der Lack kann sich glätten und wird glänzender.
Spot-Lack
Beim Spot-Lack bekommt nur ein Teil des Motivs Lack. Typisch sind ein Logo, ein Schriftzug oder einzelne Details wie Wassertropfen. Der Kontrast zwischen matter Fläche und glänzendem Element macht den Effekt. Bekannt ist das aus hochwertigen Visitenkarten und Verpackungen.
Mit mehreren Lackschichten übereinander entsteht ein fühlbares Relief. Damit lassen sich Prägungen, Blindenschrift oder Strukturen wie Leder oder Pinselstriche nachahmen. Mehr dazu in Relief und Textur.
Matt statt glänzend
Auch ein matter Look ist möglich. Dafür wird der Lack sofort nach dem Auftreffen gehärtet, bevor er verlaufen kann. Die winzigen Tröpfchen bleiben als raue Struktur stehen und streuen das Licht. Manche Geräte haben dafür einen eigenen Matt-Modus, bei anderen ergibt sich der Effekt aus der Einstellung der Lampe.
Ein Hinweis: Wie matt oder glänzend das Ergebnis wird, hängt stark vom Gerät, von der Lampe und vom Untergrund ab. Ein Probedruck ist unvermeidlich.
Schutzfunktion
Lack schützt die Farbschicht darunter. Kratzer landen zuerst im Lack, nicht in der Farbe. Das ist besonders sinnvoll bei:
- Schlüsselanhängern, Handyhüllen und anderen Dingen, die viel angefasst werden
- Metall- und Fotodrucken, die gereinigt werden
- Produkten im Außenbereich, wobei Lack die UV-Beständigkeit der Farben nicht garantiert
Lack macht einen Druck aber nicht unverwüstlich. Wenn die Haftung am Material schlecht ist, platzt alles zusammen ab, Lack eingeschlossen. Die Grundlage bleibt die richtige Vorbereitung mit Primer.
Kosten und Zeit
Lack ist nicht umsonst:
- Tinte: Klarlack kostet ähnlich viel wie farbige Tinte. Vollflächig auf großen Platten fällt das ins Gewicht.
- Druckzeit: Jede Lackschicht ist ein weiterer Durchgang. Ein glänzender Lack mit verzögerter Härtung braucht oft noch länger. Bei Relief mit vielen Schichten kann sich die Druckzeit vervielfachen.
- Wartung: Ein zusätzlicher Kanal bedeutet zusätzliche Düsen, die gepflegt werden müssen.
Rechne den Lack deshalb in deine Kalkulation ein, statt ihn als kostenloses Extra zu sehen. Mehr dazu in der UV-Kalkulation.
Lack in der Datei anlegen
Damit die Drucksoftware weiß, wo Lack hin soll, brauchst du eine eigene Ebene oder Volltonfarbe. Das Prinzip ist bei den meisten Programmen gleich:
- Das Motiv normal in CMYK anlegen.
- Die Fläche, die Lack bekommen soll, als eigenes Element anlegen, zum Beispiel als Kopie des Logos.
- Dieses Element mit einer Volltonfarbe füllen, die so heißt, wie es die RIP- oder Drucksoftware erwartet.
- Die Ebene auf “Überdrucken” stellen, damit die Farbe darunter nicht ausgespart wird.
Bei Graustufen gilt meist: Je dunkler eine Stelle, desto mehr Lack. So lassen sich Kuppeln und Verläufe im Relief erzeugen. Wie die Volltonfarbe heißen muss und wie du Weiß und Lack sauber trennst, steht in Druckdaten vorbereiten.
Fürs Gewerbe
Spot-Lack ist eines der einfachsten Mittel, ein Produkt hochwertiger wirken zu lassen. Für Kunden ist der Unterschied sofort sichtbar und fühlbar. Biete ihn als bezahlte Option an. Für Produkte, die viel angefasst werden, lohnt sich vollflächiger Schutzlack als Standard, weil er Reklamationen wegen Kratzern reduziert.
Weiter mit: Druckdaten vorbereiten und Relief und Textur.