Der erste 3D-Druck: Schritt für Schritt vom Auspacken zum fertigen Teil
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Der erste Druck ist bei aktuellen Druckern kein Hexenwerk mehr. Die meisten Geräte führen dich per Display oder App durch die Einrichtung. Trotzdem gibt es ein paar Punkte, an denen es oft hakt. Diese Anleitung geht die Schritte der Reihe nach durch und gilt für die meisten FDM-Drucker.
1. Den richtigen Platz finden
Der Drucker braucht einen stabilen, geraden Untergrund. Ein wackliger Tisch überträgt Schwingungen auf den Druck und erzeugt Wellenmuster in der Oberfläche.
- Bei einem Bettschubser fährt das Druckbett nach vorne und hinten heraus. Plane dafür vor und hinter dem Gerät Platz ein.
- Keine Zugluft: Ein Fenster oder eine Klimaanlage direkt daneben lässt Drucke ungleichmäßig abkühlen.
- Ein Raum, in dem das Arbeitsgeräusch nicht stört. Auch leise Drucker summen und klicken über Stunden.
2. Transportsicherungen entfernen
Fast jeder Drucker wird mit Schrauben, Kabelbindern oder Schaumstoffteilen gesichert, die die Achsen festhalten. Die Anleitung des Herstellers zeigt, wo sie sitzen. Eine vergessene Sicherung ist einer der häufigsten Gründe, warum die Kalibrierung abbricht.
3. Einrichten und kalibrieren
Beim ersten Einschalten startet meist ein Einrichtungsassistent. Typische Schritte:
- Sprache, WLAN und gegebenenfalls App-Konto einrichten
- Firmware aktualisieren, falls angeboten
- Automatische Kalibrierung starten: Der Drucker misst das Druckbett, den Abstand der Düse und oft auch Schwingungen. Das dauert je nach Gerät 10 bis 30 Minuten.
Ältere oder sehr günstige Geräte musst du teilweise noch von Hand leveln. Dann gleichst du an den vier Ecken den Abstand zwischen Düse und Bett mit einem Blatt Papier aus, bis es leicht schleift.
4. Filament einlegen
Für den Anfang ist PLA die beste Wahl. Es druckt bei niedrigen Temperaturen, verzieht sich kaum und verzeiht kleine Fehler.
- Spule auf den Halter setzen, sodass sich das Filament leicht abwickeln lässt
- Das Ende schräg abschneiden, damit es sich leichter einfädeln lässt
- Im Menü “Filament laden” wählen: Der Drucker heizt auf und zieht das Filament ein, bis Material aus der Düse kommt
Filament nie loslassen, solange das Ende frei ist. Sonst springt es von der Spule und verknotet sich. Ein Knoten in der Spule führt später mitten im Druck zu Problemen.
5. Ein Testmodell vorbereiten
Für den ersten Druck eignet sich ein kleines, bewährtes Modell. Viele Drucker haben Testdateien auf der Speicherkarte oder in der App. Beliebt ist das kleine Testboot “3DBenchy”, weil es typische Schwierigkeiten wie Überhänge und kleine Details auf wenigen Zentimetern vereint.
Willst du selbst slicen:
- Slicer des Herstellers installieren, zum Beispiel Bambu Studio, PrusaSlicer oder Creality Print, oder den herstellerübergreifenden OrcaSlicer
- Dein Druckermodell auswählen, das Profil enthält alle Grundeinstellungen
- Material “Generic PLA” oder das Profil deiner Filamentmarke wählen
- Modell laden, auf das Bett legen, “Slicen” klicken
- Datei an den Drucker schicken
Für den Anfang gilt: Standardprofil nicht verändern. Die Herstellerprofile sind auf das Gerät abgestimmt. Optimieren kannst du später.
6. Druck starten und die erste Schicht beobachten
Die erste Schicht entscheidet über den ganzen Druck. Bleib die ersten Minuten dabei und schau hin:
- Gut: Die Linien liegen leicht flachgedrückt auf und berühren sich ohne Lücken.
- Zu hoch: Runde, lose Linien, die sich verschieben lassen. Der Druck wird sich lösen.
- Zu tief: Die Düse kratzt, es kommt kaum Material. Die Oberfläche wirkt durchscheinend oder rau.
Sieht die erste Schicht schlecht aus, brich lieber ab und prüfe die Ursachen im Artikel Erste Schicht hält nicht.
7. Teil ablösen
Warte, bis das Druckbett abgekühlt ist. Bei Federstahlplatten nimmst du die Platte ab und biegst sie leicht, dann springt das Teil meist von selbst ab. Nie mit Gewalt an einem warmen Teil ziehen, und mit dem Spachtel immer vom Körper weg arbeiten.
Typische Anfängerfehler
- Platte mit den Fingern angefasst: Fett verhindert die Haftung. Platte mit Spülmittel und Wasser waschen.
- Filament offen gelagert: Vor allem PETG und TPU ziehen Feuchtigkeit und drucken dann schlechter. Mehr dazu unter Filament trocknen und lagern.
- Gleich das große Projekt gestartet: Erst kleine Teile drucken und das Gerät kennenlernen.
- Profile wild verändert: Immer nur eine Einstellung auf einmal ändern, sonst weißt du nicht, was geholfen hat.
Wenn du noch unsicher bist, welcher Drucker zu dir passt, hilft der Druckervergleich. Unbekannte Begriffe sind in allen Artikeln markiert und erklären sich, wenn du darauf zeigst.