Was kostet ein 3D-Druck? Filament, Strom und Verschleiß berechnen

Grundlagen4 Min. LesezeitStand: 10/2026

erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.

Ein gedrucktes Teil kostet meist weniger, als man denkt, aber mehr als nur das Filament. Wer Teile verkauft, für andere druckt oder einfach wissen will, ob sich ein Druck lohnt, sollte vier Posten kennen: Material, Strom, Verschleiß und Fehldrucke. So rechnest du sie aus.

1. Filament

Das ist der größte und am leichtesten zu berechnende Posten. Der Slicer zeigt dir nach dem Slicen an, wie viele Gramm ein Druck braucht, inklusive Stützen, Brim und bei Mehrfarbdruck auch dem Spülabfall.

Formel: Preis pro kg ÷ 1000 × Gramm

Beispiel: Eine 1-kg-Spule PLA für 20 € und ein Teil mit 50 g: 20 € ÷ 1000 × 50 g = 1,00 €

Typische Preise für 1 kg PLA oder PETG liegen bei etwa 15 bis 30 €. Technische Materialien wie Nylon, PC oder faserverstärkte Filamente kosten deutlich mehr. Rechne mit deinem tatsächlichen Spulenpreis inklusive Versand.

2. Strom

Ein 3D-Drucker braucht weniger Strom, als viele vermuten. Die höchste Leistung zieht er nur kurz beim Aufheizen, danach hält er die Temperatur mit deutlich weniger.

Herstellermessungen als Orientierung:

DruckertypDurchschnitt beim Drucken
Kleiner offener Drucker, PLAetwa 80 W
Offener oder geschlossener Drucker mittlerer Größe, PLAetwa 95 bis 110 W
Gleicher Drucker mit ABS (heißeres Bett)etwa 120 W
Großer Drucker oder zwei Düsen, PLAetwa 185 bis 200 W

Die Werte stammen aus dem Bambu Lab Wiki und der Prusa Knowledge Base, gemessen bei Raumtemperatur. Drucker mit aktiv beheizter Kammer und große Druckbetten bei hohen Temperaturen liegen darüber. Als Faustwert für die Rechnung eignen sich 100 W für PLA und 150 bis 200 W für ABS, ASA oder große Geräte. Wer es genau wissen will, misst mit einem Zwischenstecker-Strommessgerät.

Der durchschnittliche Strompreis für Haushalte in Deutschland lag 2026 laut BDEW-Strompreisanalyse bei 37,0 Cent pro kWh. Nimm am besten den Preis aus deinem eigenen Vertrag.

Formel: Leistung in kW × Stunden × Strompreis

Beispiel: 100 W, 3 Stunden, 0,37 €/kWh: 0,1 kW × 3 h × 0,37 € = 0,11 €

Dazu kommt der Standby-Verbrauch, wenn der Drucker dauerhaft eingeschaltet bleibt. Je nach Gerät sind das etwa 4 bis 10 W, bei großen Geräten mehr. Über ein Jahr summiert sich das: 6 W rund um die Uhr ergeben etwa 53 kWh, also knapp 20 €.

3. Verschleiß und Ersatzteile

Düsen, Druckplatten, PTFE-Schläuche, Riemen und Lüfter nutzen sich ab. Einzeln sind das kleine Beträge, aber sie fallen regelmäßig an. Am einfachsten rechnest du mit einer Pauschale pro Druckstunde.

So kommst du auf deine Pauschale: Schätze, was du im Jahr für Ersatzteile ausgibst, und teile es durch deine Druckstunden. Beispiel: 50 € Ersatzteile bei 500 Druckstunden im Jahr ergeben 0,10 € pro Stunde. Wer viel mit abrasiven Filamenten druckt, verbraucht mehr Düsen und liegt höher.

Wenn du die Anschaffung des Druckers mit einrechnen willst, etwa weil du Teile verkaufst, teile den Kaufpreis durch die Stunden, die du ihm realistisch zutraust. Ein Drucker für 600 €, verteilt auf 3.000 Druckstunden, ergibt 0,20 € pro Stunde. Für Hobbydrucke lassen die meisten diesen Posten weg.

Was du regelmäßig wartest und tauschst, steht in 3D-Drucker warten.

4. Fehldrucke

Nicht jeder Druck klappt. Eine gelöste erste Schicht, ein verstopfter Extruder oder ein falsch gesetzter Stützbereich kosten Material und Zeit. Ehrlicher wird die Rechnung mit einem Aufschlag auf Material und Strom:

  • 5 bis 10 %, wenn dein Drucker zuverlässig läuft und du bekannte Modelle druckst
  • 15 bis 20 % bei neuen Modellen, neuen Materialien oder großen Teilen

Diese Werte sind Erfahrungswerte, keine Messgrößen. Führe am besten eine Weile Buch, dann kennst du deine eigene Quote.

Beispielrechnung: 50-g-Teil in 3 Stunden

PostenPLA, offener DruckerABS, geschlossener Drucker
Filament (50 g)20 €/kg: 1,00 €25 €/kg: 1,25 €
Strom (3 h, 0,37 €/kWh)100 W: 0,11 €180 W: 0,20 €
Verschleiß (3 h × 0,10 €)0,30 €0,30 €
Zwischensumme1,41 €1,75 €
Fehldruck-Aufschlag 10 % auf Material und Strom0,11 €0,15 €
Gesamtetwa 1,52 €etwa 1,90 €

Die Zahlen zeigen: Bei typischen Hobbydrucken macht das Filament den Großteil aus. Strom ist fast vernachlässigbar. Wer Material spart, etwa über weniger Infill oder schlankere Stützen, spart am meisten. Hilfreich sind dabei die Artikel zu Infill und Stützstrukturen.

Was nicht in der Rechnung steht

  • Arbeitszeit: Vorbereiten, Nachbearbeiten und Verpacken. Für Verkäufe musst du sie unbedingt einrechnen.
  • Mehrfarbdruck: Der Spülabfall kann bei vielen Farbwechseln mehr wiegen als das Teil selbst. Der Slicer weist ihn meist separat aus.
  • Trocknung: Wenn du feuchtes Filament trocknest, kostet auch das Strom.

Rechner

Du willst nicht selbst rechnen? Im Druckkosten-Rechner trägst du Spulenpreis, Gewicht, Druckzeit, Leistung und deinen Strompreis ein und siehst die Kosten sofort, auf Wunsch auch mit Gerät und Arbeitszeit.