Eigene 3D-Modelle erstellen: Programme für den Einstieg
erklären wir kurz, wenn du darauf zeigst oder tippst.
Irgendwann findest du kein fertiges Modell mehr, das genau passt: Die Halterung ist zwei Millimeter zu schmal, das Ersatzteil gibt es nicht. Dann lohnt es sich, selbst zu konstruieren. Für einfache Teile reicht ein Nachmittag Einarbeitung, und die meisten Programme sind für den privaten Gebrauch kostenlos.
Zwei Arten von Programmen
CAD-Programme arbeiten mit exakten Maßen. Du zeichnest eine Skizze, gibst Längen vor und ziehst daraus einen Körper. Ideal für Halterungen, Gehäuse, Ersatzteile und alles, was irgendwo passen muss. Die meisten sind parametrisch: Jeder Schritt wird gespeichert, und wenn du später ein Maß änderst, passt sich das Modell an.
Mesh- und Sculpting-Programme formen Oberflächen frei wie Ton. Gut für Figuren, Tiere und organische Formen, ungeeignet für genaue Passungen.
Was die beiden Ansätze für Dateien erzeugen, erklärt der Artikel zu Dateiformaten.
Die Programme im Überblick
Tinkercad
Kostenlos von Autodesk, läuft im Browser. Du setzt Grundkörper wie Würfel, Zylinder und Kugeln zusammen und ziehst Löcher davon ab. In einer Stunde hast du die Bedienung verstanden. Für einfache Halterungen, Schilder und Namensanhänger reicht das völlig. Bei Rundungen, Fasen und komplexeren Teilen stößt du schnell an Grenzen.
Fusion
Das frühere Fusion 360 von Autodesk ist ein vollwertiges parametrisches CAD-Programm für Windows und macOS. Die Lizenz für die private Nutzung ist kostenlos, aber an Bedingungen geknüpft: nur nicht kommerzielle Projekte, weniger als 1.000 US-Dollar Umsatz im Jahr, höchstens 10 gleichzeitig bearbeitbare Dokumente. Die Lizenz läuft drei Jahre und muss dann erneuert werden. Export als STL, 3MF und STEP ist möglich. Wer mit seinen Konstruktionen Geld verdient, braucht ein kostenpflichtiges Abo.
Onshape
Parametrisches CAD im Browser, auch auf Tablet und Smartphone. Der Free-Plan kostet nichts, hat aber zwei Haken: Alle Dokumente sind öffentlich und für andere sichtbar, und kommerzielle Nutzung ist nicht erlaubt. Der Standard-Plan liegt bei etwa 1.500 US-Dollar pro Jahr. Für Hobbyprojekte, die du ohnehin teilen würdest, ist der Free-Plan eine gute Option, zumal nichts installiert werden muss.
FreeCAD
Kostenlos und Open Source für Windows, macOS und Linux, ohne Einschränkungen bei der Nutzung, auch kommerziell. Mit Version 1.0 (2024) und 1.1 (März 2026) ist das Programm deutlich stabiler und einsteigerfreundlicher geworden, etwa durch eine eingebaute Baugruppenfunktion. Die Bedienung ist trotzdem gewöhnungsbedürftiger als bei Fusion oder Onshape. Wer langfristig unabhängig von Abo-Modellen sein will, investiert die Einarbeitung hier.
Blender
Kostenlos und Open Source, eigentlich für Animation und Grafik gedacht. Stark bei Figuren, Skulpturen und organischen Formen. Für maßhaltige Technikteile ist Blender umständlich. Achte beim Export auf die Einheiten, sonst kommt das Modell im Slicer in falscher Größe an.
Shapr3D
CAD-Programm für iPad, Mac und Windows, das sich gut mit Stift oder Touch bedienen lässt. Der kostenlose Basic-Plan erlaubt nur zwei Projekte und exportiert STL und 3MF in einfacher Auflösung. Der Pro-Plan kostet etwa 300 US-Dollar pro Jahr zuzüglich Mehrwertsteuer.
Die Programme im Vergleich
| Programm | Kosten (privat) | Plattform | Schwierigkeit | Gut für |
|---|---|---|---|---|
| Tinkercad | kostenlos | Browser | sehr leicht | erste Schritte, einfache Teile |
| Fusion | kostenlos mit Einschränkungen, nur nicht kommerziell | Windows, macOS | mittel | technische Teile, Baugruppen |
| Onshape | Free-Plan kostenlos, Dokumente öffentlich, nicht kommerziell | Browser, Tablet | mittel | technische Teile, ohne Installation |
| FreeCAD | kostenlos, auch kommerziell | Windows, macOS, Linux | mittel bis schwer | technische Teile, Open Source |
| Blender | kostenlos | Windows, macOS, Linux | schwer | Figuren, organische Formen |
| Shapr3D | Basic kostenlos (2 Projekte), Pro etwa 300 US-Dollar pro Jahr | iPad, Mac, Windows | leicht bis mittel | CAD mit Stift und Touch |
Lizenzbedingungen und Preise ändern sich. Prüf vor dem Start die aktuellen Bedingungen beim Anbieter, vor allem wenn du verkaufen willst.
Ohne eigenes CAD: Customizer und KI
Anpassbare Modelle: Auf Thingiverse und MakerWorld gibt es parametrische Modelle, bei denen du Maße, Texte oder Fächeranzahl in einem Formular eingibst. Die Plattform erzeugt daraus die passende Datei. Für Boxen, Schilder, Kabelhalter und Ähnliches ist das oft schneller als selbst zu konstruieren.
Bild-zu-3D mit KI: Einige Dienste erzeugen aus einem Foto oder Text ein 3D-Modell. Für Deko-Figuren kann das funktionieren. Die Ergebnisse sind aber Meshes ohne exakte Maße, oft mit Fehlern in der Geometrie, und für Teile mit Passung nicht geeignet. Beachte auch, dass manche Plattformen KI-generierte Modelle kennzeichnen oder ablehnen.
Druckgerecht konstruieren
Ein Modell, das am Bildschirm gut aussieht, ist nicht automatisch gut druckbar. Diese Werte helfen dir, von Anfang an richtig zu konstruieren:
- Überhänge bis etwa 45 Grad schafft fast jeder Drucker ohne Stützen. Flachere Überhänge brauchen Support. Wann und wie, steht unter Stützstrukturen.
- Fasen statt Rundungen an der Unterseite: Eine 45-Grad-Fase druckt sauber, eine Rundung am Boden erzeugt einen flachen Überhang.
- Toleranzen für Passungen: Plane bei Teilen, die ineinander gesteckt werden, 0,2 bis 0,3 mm Spiel pro Seite ein. Für bewegliche Teile wie Scharniere eher 0,3 mm oder mehr. Drucke bei wichtigen Passungen erst ein kleines Probestück.
- Wandstärke: Bei einer 0,4-mm-Düse ist eine Linie etwa 0,45 mm breit. Plane Wände als Vielfaches davon, zum Beispiel 0,9 oder 1,8 mm. Dünnere Wände als eine Linienbreite kann der Slicer nicht drucken. Mehr dazu unter Wände und Deckschichten.
- Brücken kurz halten: Waagerechte Spannweiten ohne Stütze gelingen meist über einige Zentimeter, länger wird es riskant.
- Druckausrichtung mitdenken: FDM-Teile sind entlang der Schichten am schwächsten. Lege Teile, die Kraft aufnehmen, so an, dass die Last nicht die Schichten auseinanderzieht.
- Löcher für Gewindeeinsätze nach Herstellerangabe des Einsatzes konstruieren, siehe Gewindeeinsätze.
Exportiere am Ende als STL oder 3MF für den Slicer und behalte die Originaldatei oder eine STEP-Datei, damit du später noch etwas ändern kannst.
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